In Mariatrost und entlang der Heinrichstraße herrschen seit der stadteinwärts gerichteten Sperre der Hilmteichstraße Chaos und Ausnahmezustand. Heute Morgen (Dienstag) lagen die Zeitverluste stadteinwärts bei über 45 Minuten, der Rückstau reichte von der Hilmteichkreuzung bis zur Volksschule Mariatrost. Am Montag Nachmittag stand der Verkehr in der Heinrichstraße bis zur Liebiggasse, Zeitverlust rund 15 Minuten. Selbst die Buslinie 58 und der Schienenersatzverkehr für die Straßenbahnlinie 1 steckten fest. „Wer in Mariatrost wohnt oder täglich in die Stadt pendelt, braucht derzeit vor allem eines: Nerven wie Drahtseile. Die falsche Verkehrspolitik von Bürgermeisterin Elke Kahr und Vizebürgermeisterin Judith Schwentner stürzt einen weiteren Stadtteil ins Verkehrschaos“, kritisiert VP-Obmann Kurt Hohensinner.
„Was sich hier abspielt, steht exemplarisch für die Linie der aktuellen Stadtkoalition: Bauen ohne Plan. Drüberfahren mit Methode“, bringt es Hohensinner auf den Punkt. Das Baustellenmanagement versagt völlig. Wieder einmal wird ein Projekt völlig mangelhaft und ohne auf Kritik einzugehen durchgepeitscht. Trotz bereits zahlreicher Negativ-Beispiele von Neutorlinie über Marburger Straße, Schönaugasse bis zur Linie 31. „Sorgen und Einwände werden ignoriert, die Grazerinnen und Grazer bleiben übrig. Das gilt im Großen wie im vermeintlich Kleinen – dort, wo Menschen oft besonders leiden“, so der VP-Obmann
Warnungen wurden ignoriert
Auch in Mariatrost haben der Bezirksvorsteher und einige Anrainer bereits bei der Bürgerinformation im Frühling darauf hingewiesen, dass die aktuelle Baustellenplanung samt Ersatzlösungen beim Verkehr nicht funktionieren wird. All diese Warnungen wurden ignoriert, nichts wurde geändert. „Das ist respektlos und zeigt, welchen Stellenwert die Außenbezirke für Kahr und Schwentner haben: nämlich keinen. Während in der Innenstadt jede Baumscheibe persönlich von der Vizebürgermeisterin begutachtet wird, werden in Mariatrost einfach Fakten geschaffen. Ohne Rücksicht auf Familien, Pendler oder Anrainer“, ärgert sich der Mariatroster Bezirksvorsteher Wurzinger.
Planloser Umbau – Öffis stecken im Stau
Besonders absurd zeigt sich die Lage an der neu installierten Ampelanlage Heinrichstraße/Panoramagasse: „Diese Ampel sorgt nicht für Sicherheit oder besseren Verkehrsfluss, sie sorgt für Stau und Wut. Autos stehen minutenlang, obwohl kein Querverkehr kommt. Das ist pure Schikane und keine Verkehrspolitik, die flüssigen Verkehr forciert“, kritisiert Wurzinger. Vollkommen unverständlich ist auch, dass eine bestehende Verkehrsinsel abgerissen wurde, nur um wenige Meter weiter eine neue zu errichten – ein Bild der Planlosigkeit und eine Verschwendung von Steuergeld.
Die Leidtragenden dieser Fehlentscheidungen sind auch die Öffi-Nutzerinnen und -Nutzer: Regionallinien aus Weiz und St. Radegund sowie der Schienenersatzverkehr stehen mit im Dauerstau. An Haltestellen stauen sich Busse und Autos, die Abgasbelastung steigt, Fahrgäste warten ohne Wartehäuschen oder Sitzgelegenheit im Regen. „Wer so mit Öffi-Nutzerinnen und -Nutzern umgeht, darf sich über Kritik und sinkende Akzeptanz nicht wundern. Gerade bei den Öffis braucht es mehr Qualität und Attraktivität, nicht das Gegenteil“, so Hohensinner.
Die Volkspartei fordert ein sofortiges Gegensteuern:
- Die Ampel an der Kreuzung Panoramagasse/Heinrichstraße ist umgehend abzuschalten.
- Die Ampelsteuerung an der Mariagrüner Kreuzung muss so angepasst werden, dass der Verkehr wieder fließt.
- Und das gesamte Verkehrskonzept ist unter echter Einbindung des Bezirks und der Bevölkerung vollständig zu überarbeiten.
„Stadtpolitik muss zuhören, statt zu belehren. Sie darf nicht einfach durchdrücken, was sich ein paar Leute einbilden, sondern muss fragen, was viele brauchen. Graz braucht eine Stadtpolitik, die Probleme löst, statt neue zu schaffen. Eine Politik, die mit allen spricht, nicht nur mit den eigenen Leuten. Eine Politik, die das Richtige tut und dabei die Betroffenen mitnimmt“, betont Hohensinner. Mariatrost zeigt: Diese Koalition hat aus ihren Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt. Damit muss Schluss sein – im Interesse der Menschen, die jeden Tag auf gute Erreichbarkeit, funktionierende Öffis und eine verlässliche Stadtverwaltung angewiesen sind.